Sie sind hier:

Personal

Geschichte

Feuerwehr vor 1869

Feuerwehr nach 1945

125-jährigen Geschichte

Einsätze seit 1973

den alten Kameraden

Gerätehaus

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Kontakt

Impressum

Haftungsausschluss

Von A-Z

So begann alles


Zu den wohl größten Katastrophen, welche seit frühester Zeit menschliche Anwesen begleiten, gehören Brände. Es ist klar, dass diese in vergangenen Zeiten wesentlich schrecklicher wüten konnten als in unserer Zeit. Verantwortlich waren hierfür verschiedene Dinge. Als Hauptursache war die Bauweise anzusehen, welche nur in wenigsten Dingen auf den Brandschutz Rücksicht nahm. So dominierten Rauchfänge und Strohdächer. Als Ofenrohre aufkamen waren oft selbst diese aus Holz, wie zum Beispiel die Untersuchungskommission bei der Brandursache selbst von Schloss Christiansborg zu Kopenhagen feststellen musste. Aber auch so gab es Brandursachen genug. Seifensieder, Brauer, Schmiede und andere Berufe lebten mitten in den Städten, welch Wunder, dass man schon frühzeitig besonders gefährliche Berufe wie die Teerschweller vor der Stadt ansiedelte, woran in Waren noch eine Wiesenbezeichnung erinnert. Hinzu kamen auch genügend Gefahrenquellen in den Haushalten an sich. War schon von Strohdächern sowie Heiz- und Kochstellen die Rede, so wären hier noch Ställe und Scheunen in der Stadt zu erwähnen. Auch saisonbedingte Arbeiten brachten Gefahr, so ist 1737 Neubrandenburg durch privates Speckbraten abgebrannt. Fahrlässigkeit wie nachlässiger Umgang mit Kerzen und Fackeln taten ein Übriges. Dabei sind noch gar nicht die Folgen von Kriegen bedacht.
Für Waren sind in älterer Zeit drei Stadtbrände bekannt. Abzüglich eines Brandes von 1568 von dem man wenig weiß, sind es die Brände von 1671, 1673 und 1699.
Wurde der Stadtbrand 1671 durch einen betrunkenen polnischen Trossknecht im Gefolge kurbrandenburgischer Truppen verursacht, so war 1673 am Peter-Paulstag (Juni) die Unvorsichtigkeit eines Kleinschmiedes Grunert in der Mühlenstraße 13 die Ursache. 1699 war wohl ein Blitzschlag in St. Georgen die Ursachen. All diese Brände wüteten so schwer, dass Klüver 1737 in seinem Buch über Mecklenburg behauptete, Waren sei total abgebrannt. Wenn dies wohl auch nicht der Fall war, so waren natürlich schwere ökonomische Einbußen da, welche die Stadtentwicklung beeinträchtigten.
Wurden auch sicher große Brände als Gottesstrafe angesehen, so machte man sich natürlich auch Gedanken über Brandschutz und Feuerbekämpfung. Sind auch spezielle Urkunden für Waren diesbezüglich nicht erhalten, so kann man aber wohl mit gutem Grund annehmen, dass es in Waren ähnlich wie in anderen Städten organisiert war. Zunächst einmal waren die Zünfte für die Feuerbekämpfung zuständig. Sie hatten Ketten zum nächsten Brunnen zu bilden während Eimer in jedem Haus vorhanden sein mussten. Nachts waren die Nachtwächter verpflichtet bei Bränden Alarm zu schlagen. Dies waren ohne Zweifel gute Ansätze, aber mehr denn auch nicht. Vielleicht ist es auch nicht uninteressant, dass die kleinen, Tüschen genannten, Gängen zwischen den Häusern der Feuerbekämpfung dienten. Galt nämlich ein brennendes Haus als nicht mehr zu retten, nahm man Haken und riss es nieder, desgleichen die Nebenhäuser. Langsam brachen sich auch andere Erkenntnisse Bahn. So wurden seit dem 17. JH. begonnen durchzusetzen, dass die Scheunen vor die Stadttore gelegt wurden. Seit etwa 1700 drängte man die Hausbesitzer auf Strohdächer zu verzichten. Auch hölzerne Schornsteine wurden verboten und Brandmauern wurden Pflicht. Auch von Seiten der Landesherrschaft nahm man sich des Problems an. Nach ersten Erlassen um 1700 wurden nun bald exakte Gesetze erstellt, wir zeigen hier eine Auswahl.
Wenn auch eine nach 1699 angestrebte Straßenregulierung über die Anfänge nicht hinaufkam, so haben anscheinend die Verordnungen doch geholfen. Von 1700 bis 1781 scheint der Rote Hahn an Waren gänzlich vorbeigeflogen zu sein, erst im Jahre 1812 sind einige Hausbrände zu verzeichnen. 1833 kommt es zu einem ersten großen Scheunenbrand, welcher sogar ein Menschenleben kostet. Wenn man bedenkt, dass es der erste Scheunenbrand seit 1684 ist, ersehen wir daraus, dass man also schon im 17. JH. wenigstens die Scheunen vor die Stadt verlegt hatte. Inzwischen hatte das beginnende 19. JH. sowieso neue Wege bei der Feuerbekämpfung aufgezeigt. Hier kam die Vorbildwirkung eindeutig aus Preußen. Schon Friedrich Wilhelm 1. hatte festgelegt, dass auf den Kirchtürmen Berlins Feuerspritzen aufgestellt werden mussten, so war eine solche auf dem Turm der Parochialkirche noch bis 1943 zu sehen.
Memel kam der Verdienst zu, die erste städtische Feuerwehr eingerichtet zu haben. All dies machte Schule und wohl am Anfang des 19. JH. legte sich auch Waren ein Spritzenhaus zu. Es befand sich auf dem Alten Markt in Richtung Einmündung der Fischerstraße. Die folgenden Angaben verdanken wir dem Senator Freund, welcher sie 1817 niederschrieb und wohl selbst nach 1830 ergänzte. Demnach hatte es zwei Torwege, damit die Spritzen nach beiden Seiten auf- und abgefahren werden konnten. In dem Haus wurden die der Stadt gehörigen zwei großen Spritzen mit Mundröhren sowie eine mittlere Spritze mit einfachem Druckwerk und eine kleine Spritze für Stuben und Zwischenhäuser, nebst zugehörigen Eimern verwahrt. Weiterhin befanden sich hier lederne und hänfene Schläuche sowie unter einem Vorsprung Feuerleitern und Haken. 1826 erwarb man noch eine weitere Spritze für 300 Taler. Auf dem Rathaus wurden weiterhin noch vier Handspritzen aus Blech verwahrt. Für die zur Bedienung der Spritzen angestellten Leute gab es schwarze, wasserdichte überwürfe. Interessant ist, dass die Stadt eine Verfügung hatte, nach welcher bei Gewitter, sei es bei Tag oder Nacht, sich zwölf Bürgersöhne aus den drei jüngsten Jahrgängen auf dem Dach des Spritzenhauses einzufinden hatten. Nach Ablauf von drei Jahren wurden Sie durch neue Jahrgänge ersetzt. In der Organisation des Löschwesens war es wohl auch wichtig, dass die Brunnen noch existierten. In der Stadt zählte Freund damals elf öffentliche Brunnen, von dem auf dem Alten Markt kündet ja noch der Baumkranz. Neun waren als Pumpe eingerichtet, zwei hatten Radeimer und Kette. Einer war seit 1817 in Folge des Falls des Müritzspiegels (Eldekanalisierung!) trocken, leider wissen wir nicht welcher. 1867 wurde dann an der Stelle von Privatgrundstücken Alter Markt/Ecke Kirchenstraße das neue Spritzenhaus gebaut. Da es stilistisch mit dem Umbau der Georgenkirche harmoniert, dürften wohl städtebauliche Gründe mit eine Rolle beim Neubau gespielt haben, jedenfalls begann ein neuer Abschluss der Feuerwehrgeschichte.